Lipödem oder Cellulite? So unterscheiden sie sich
Cellulite ist weit verbreitet und harmlos. Lipödem ist eine Erkrankung. Beide betreffen das Fettgewebe – aber ihre Ursachen, ihr Verlauf und ihre Behandlung unterscheiden sich grundlegend.

Cellulite (auch Orangenhaut) und Lipödem sehen auf den ersten Blick ähnlich aus und betreffen beide das Unterhautfettgewebe. Sie unterscheiden sich aber grundlegend in Ursache, Schmerzhaftigkeit und Behandlungsbedarf.
Was ist Cellulite?
Cellulite ist eine strukturelle Veränderung des Unterhautfettgewebes, die bei der großen Mehrheit der Frauen vorkommt (Schätzungen: 80–90 Prozent). Die typische Orangenhaut-Optik entsteht durch Bindegewebsstränge, die Fettzellen in Kammern einteilen und an der Haut „ziehen". Cellulite ist keine Erkrankung und verursacht keine Schmerzen.
Die wichtigsten Unterschiede
- Schmerz: Cellulite ist schmerzlos. Lipödem ist druckschmerzhaft.
- Häufigkeit: Cellulite ist bei fast allen Frauen vorhanden. Lipödem betrifft schätzungsweise 10–17 Prozent.
- Körperstellen: Cellulite tritt vor allem an Oberschenkeln und Gesäß auf. Lipödem kann Beine, Arme und andere Bereiche betreffen.
- Symmetrie: Lipödem ist immer beidseitig symmetrisch. Cellulite muss das nicht sein.
- Hämatomneigung: Erhöhte Blutergussneigung ist typisch für Lipödem, nicht für Cellulite.
- Reaktion auf Gewichtsabnahme: Cellulite kann sich bei Gewichtsabnahme etwas verbessern. Lipödem-Fett verändert sich kaum.
Können beide gleichzeitig vorkommen?
Ja. Da Cellulite bei der Mehrheit der Frauen vorkommt, kann sie auch bei Frauen mit Lipödem auftreten. Beide Phänomene schließen sich nicht aus.
Warum die Verwechslung so häufig ist
Weil Cellulite so weit verbreitet ist, wird das Aussehen von Lipödem-Gewebe oft schlicht als „normale" Cellulite abgetan. Das verhindert eine frühe Diagnose. Der wichtigste Hinweis: Schmerzt das betroffene Gewebe bei Druck? Cellulite tut das in der Regel nicht.
Häufige Fragen
Ist Lipödem das Gleiche wie Cellulite?
Nein. Cellulite (Orangenhaut) ist eine kosmetische Veränderung der Hautstruktur, die bei bis zu 90 % aller Frauen vorkommt und keine Erkrankung darstellt. Lipödem ist eine ernstzunehmende chronische Erkrankung mit Schmerzen, Druckempfindlichkeit und krankhafter Fettgewebsvermehrung, die behandelt werden muss. Beide können gleichzeitig auftreten.
Kann Cellulite zu Lipödem werden?
Nein, Cellulite entwickelt sich nicht zu Lipödem. Es handelt sich um zwei grundlegend verschiedene Zustände mit unterschiedlichen Ursachen. Cellulite entsteht durch eine strukturelle Veränderung des Bindegewebes, Lipödem durch eine krankhafte Vermehrung spezifischen Fettgewebes mit hormonell-genetischer Ursache.
Wie erkenne ich ob meine Orangenhaut Lipödem ist?
Entscheidende Unterschiede: Lipödem ist mit Druckschmerz verbunden, Cellulite nicht. Lipödem tritt symmetrisch und disproportional auf (Beine deutlich größer als Oberkörper), Cellulite verteilt sich anders. Bei Lipödem entstehen leicht blaue Flecken. Wenn Sie Schmerzen beim Drücken auf die betroffenen Stellen haben, ist das ein Hinweis auf Lipödem – sprechen Sie einen Arzt an.
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