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Lipödem oder Lymphödem? Die wichtigsten Unterschiede

Lipödem und Lymphödem sehen ähnlich aus, haben aber unterschiedliche Ursachen und Therapieansätze. Die Unterscheidung ist entscheidend für die richtige Behandlung.


Lipödem oder Lymphödem? Die wichtigsten Unterschiede

Lipödem und Lymphödem sind zwei verschiedene Erkrankungen, die äußerlich ähnlich aussehen können. Trotzdem unterscheiden sie sich in Ursache, Verlauf und Therapie grundlegend. Die korrekte Unterscheidung ist für die Behandlung entscheidend.

Was ist ein Lymphödem?

Ein Lymphödem entsteht, wenn der Lymphabfluss gestört ist – also wenn die Lymphflüssigkeit nicht ausreichend abtransportiert werden kann. Folge ist eine Ansammlung von eiweißreicher Flüssigkeit im Gewebe, die zu Schwellungen führt. Lymphödeme können primär (angeboren) oder sekundär (z.B. nach Krebsbehandlung, Verletzung, Entzündung) entstehen.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

MerkmalLipödemLymphödem
BetroffeneFast ausschließlich FrauenFrauen und Männer
SymmetrieImmer symmetrischOft asymmetrisch
Füße betroffenNein (außer Typ V)Häufig ja
SchmerzhaftigkeitJa (Druckschmerz)Eher gering
HämatomneigungErhöhtNicht erhöht
Abheben der Haut (Stemmer-Zeichen)NegativOft positiv
Verbesserung durch HochlagernKaumDeutlich
Reaktion auf DiätKein EinflussKein direkter Einfluss

Was ist ein Lipo-Lymphödem?

In fortgeschrittenen Stadien des Lipödems kann das dauerhaft veränderte Fettgewebe das Lymphsystem belasten und schädigen. Dann liegt ein kombiniertes Lipo-Lymphödem vor, das beide Erkrankungen vereint. Die Behandlung muss entsprechend auf beide Komponenten ausgerichtet sein.

Das Stemmer-Zeichen als einfacher Test

Ein einfaches klinisches Zeichen zur Unterscheidung: Das Stemmer-Zeichen prüft, ob die Haut an der Basis der zweiten Zehe abhebbar ist. Bei einem Lymphödem ist das oft nicht möglich (positives Stemmer-Zeichen). Bei reinem Lipödem ist es in der Regel problemlos möglich (negatives Stemmer-Zeichen).

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen Lipödem und Lymphödem?

Beim Lipödem ist primär das Fettgewebe krankhaft verändert, während Lymphödem eine Störung des Lymphabflusses ist, die zu Eiweißreichen Schwellungen führt. Lipödem betrifft fast ausschließlich Frauen, Lymphödem tritt bei beiden Geschlechtern auf. Wichtig: Lipödem lässt sich nicht durch Hochlagern der Beine reduzieren – Lymphödem schon.

Kann man gleichzeitig Lipödem und Lymphödem haben?

Ja, das sogenannte Lipo-Lymphödem ist häufig. Im fortgeschrittenen Stadium kann Lipödem die Lymphgefäße belasten und sekundär ein Lymphödem auslösen. Dann überlagern sich beide Erkrankungen. Die Behandlung muss auf beide Komponenten ausgerichtet sein – Kompression und Lymphdrainage sind dann besonders wichtig.

Wie kann ich selbst unterscheiden ob ich Lipödem oder Lymphödem habe?

Ein einfacher Hinweis: Beim Lymphödem schwellen typischerweise auch Füße und Zehen an (positives Stemmer-Zeichen), beim Lipödem bleiben Füße und Hände meist ausgespart. Außerdem reagiert Lymphödem auf Hochlagern der Beine mit Abschwellung – beim Lipödem ist das nicht der Fall. Für eine sichere Diagnose ist immer ein Facharzt nötig.


Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen an eine Ärztin oder einen Arzt.

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